7♯11-Akkord (1–3–5–♭7–9–♯11); ein hellerer, weiter Dominantsound, abgeleitet vom 4. Modus von Melodisch Moll, der häufig bei Tritonussubstitutionen verwendet wird.
Intervalle vom Grundton, die diesen Akkord und seine Töne bilden.
Tonleitern, die diese Akkordtöne enthalten und meist gut darüber funktionieren.
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Der 7♯11-Dominantakkord—oft auch als lydisch-dominanter Akkord bezeichnet—ist eine anspruchsvolle und äußerst resonante harmonische Struktur. Er erweitert den funktionellen Vorwärtsdrang eines Standard-Dominantsept- oder -Nonenakkords, indem er über die übermäßige Elf (die erhöhte Quarte) eine hellere, leuchtendere klangliche Farbe im oberen Bereich einbringt. Im Gegensatz zu gealterten Dominantakkorden, die dunkel und gespannt klingen, um eine Auflösung zu erzwingen, erzielt der 7♯11-Akkord ein einzigartiges klangliches Paradoxon: Er behält einen kraftvollen harmonischen Vorwärtsdrang bei, während er sich gleichzeitig weit geöffnet, schwebend und strukturell stabil anfühlt. Dies macht ihn zu einem unverzichtbaren Werkzeug im modernen Jazz, Jazz-Fusion, Neo-Soul, Gospel und in der orchestralen Filmmusik.
Obwohl ein 7♯11-Akkord als hochgradig verzierte Zwischendominante fungieren kann, entfaltet er seine wahre Kraft erst in bestimmten modernen harmonischen Kontexten:
Der 7♯11-Akkord ist unlösbar mit der lydisch-dominanten Tonleiter verknüpft (auch bekannt als Mixolydisch ♯4), welche die 4. Stufe (Modus) der melodischen Molltonleiter darstellt. Das Spielen eines C7♯11-Akkords verlangt beispielsweise direkt nach der C-lydisch-dominanten Tonleiter (C - D - E - F♯ - G - A - B♭). Diese Tonleiter teilt ihren exakten Tonvorrat mit der G-Melodisch-Moll-Tonleiter. Das Erkennen dieses strukturellen Spiegelbilds ermöglicht es Improvisatoren und Arrangeuren, mühelos G-melodisch-Moll-Linien, Dreiklänge und Intervalle über einen C-Basston zu legen (superimponieren), um augenblicklich facettenreiche, moderne lineare Texturen freizusetzen.
Da eine vollständige Schichtung aus sechs Dominanttönen leicht zu einer matschigen Klangwand werden kann, hängt eine saubere Umsetzung von strategischen Tonauslassungen und dem Aufbau (Voicing) ab:
Um einen 7♯11-Akkord nach Gehör zu identifizieren, trainieren Sie Ihr Gehirn darauf, auf ein klassisches, raues Blues-Dominant-Fundament zu achten, das plötzlich von oben durch einen Laserstrahl aus hellem, kristallklarem Licht durchbrochen wird. Er besitzt die gesamte zielgerichtete Energie eines regulären Dominantakkords, trägt aber eine unverkennbare filmische Erhabenheit und eine weite „Skyline“-Qualität in sich – völlig frei von der dunklen, komprimierten Spannung, die man in gealterten oder übermäßigen Dominantakkorden findet.
| Interval | semitones | Note | ||
|---|---|---|---|---|
| 0 | Ais | |||
| 4 | Cisis | |||
| 7 | Eis | |||
| 10 | Gis | |||
| 18 | Disis |