Der Abstand über vier Stammtöne, mit 6 Halbtonschritten dazwischen.
Akkorde, deren Formeln dieses Intervall vom Grundton aus enthalten.
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Die übermäßige Quarte (aug4), weithin bekannt als Tritonus, ist das dissonanteste und instabilste Intervall in der westlichen Musik. Mit 6 Halbtönen halbiert sie die Oktave exakt und erzeugt eine rastlose, „symmetrische“ Spannung, die ihr den Beinamen „Teufel in der Musik“ (diabolus in musica) eingebracht hat.
Eine übermäßige Quarte tritt zwischen einem Grundton und seinem vierten Buchstabennamen auf, wenn das Intervall um einen Halbton erhöht wird, wie z. B. C nach Fis oder B nach E. Sie ist enharmonisch identisch mit der verminderten Quinte (♭5), aber ihre Schreibweise bestimmt ihre Funktion: Eine aug4 löst sich normalerweise nach außen in eine Sexte auf, während sich eine ♭5 nach innen in eine Terz auflöst.
Harmonisch gesehen ist die aug4 der „Motor“ des Dominantseptakkords. Sie befindet sich zwischen der Terz und der Septime des Akkords und erzeugt die intensive Instabilität, die das Ohr nach einer Auflösung zur Tonika verlangen lässt. Melodisch ist der Tritonus bekanntermaßen schwer zu singen und wurde historisch gemieden; heute ist er jedoch ein fester Bestandteil von Jazz, Heavy Metal und zeitgenössischer Filmmusik aufgrund seines kantigen, geheimnisvollen und aggressiven Charakters.
Um die übermäßige Quarte zu meistern, übe ihre Auflösung in eine große Sexte (z. B. F–H löst sich zu E–C auf). Aufgrund ihrer Symmetrie kann sich jeder Tritonus in zwei entgegengesetzte Richtungen auflösen – das Geheimnis hinter der Tritonussubstitution im Jazz.
Nutze die aug4 beim Improvisieren, um eine „moderne“ oder „lydische“ Helligkeit über Dur-Akkorden zu erzeugen, oder setze sie für düstere, reibende Spannung in Rock und Metal ein. Ihre hochenergetische Dissonanz macht sie zum perfekten Werkzeug, um einen Wechsel in der harmonischen Richtung oder Stimmung zu signalisieren.