Der Dur-Sextakkord (engl. major sixth) ist ein Dur-Dreiklang mit hinzugefuegter grosser Sexte ueber dem Grundton. Er klingt hell und leicht nostalgisch - weniger gespannt als die grosse Septime, "Songbook"-hafter als reine Dreiklaenge. Notation: C6 oder gelegentlich Cmaj6, wenn "Dur" gegen missverstaendliche Charts betont werden soll. In Jazz- und Pop-Arrangements taucht er oft als I6- oder IV6-Farbe auf, wenn die Melodie in der oberen Linie liegt.
Aufbau
Nimm einen Dur-Dreiklang und addiere die sechste Stufe der Dur-Tonleiter zum Grundton. In C6: C-E-G-A. Die grosse Sexte ist konsonant zur grossen Terz; der Akkord kann in manchen Lagen mit der ersten Umkehrung von a-Moll (A-C-E) verschmelzen - Bass und Kontext sagen dem Ohr, welches Symbol gemeint ist.
Verwendung
In Jazzstandards und Swing schmuecken 6-Akkorde oft Tonika- und Subdominantbereiche - der "hawaiianische" oder Western-Swing-Sextklang. In Pop und Soul erscheinen Sext-Lagen in Hornpads und Keyboard-Compings, wenn der Arrangeur Hebung ohne dominantische Zugkraft der Septime will. In Kinder- und Anfaengermusik ist I6 ein einfacher Schritt ueber den Dreiklang hinaus.
Beispiele
- Traditioneller Jazz und Swing - I6 und IV6 in Rhythmusgruppen
- Nelson-Riddle-artiger orchestraler Pop - Sextakkorde in Hornlinien
- Viele Fakebook-Charts, in denen "6" bei Tonika-Akkorden in aelterem amerikanischem Songbook steht
Spielpraxis
Halte die Sexte als "oberste Farbe", damit der Akkord als Dur mit Waerme und nicht als nackter Dreiklang gelesen wird. Fuer Klarheit die Toene betonen, die den Klang definieren (Terz und Sexte), und den tiefen Registerbereich nicht ueberfrachten.
