Quartakkord (1–4–♭7–♭3); gewichtlose, schwebende Klangfarbe, neutral zu Dur/Moll durch Schichtung reiner Quarten.
Intervalle vom Grundton, die diesen Akkord und seine Töne bilden.
Tonleitern, die diese Akkordtöne enthalten und meist gut darüber funktionieren.
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Der vierstimmige Quartakkord (auch Quartenstapelung oder Quartschichtung genannt) ist eine moderne harmonische Struktur, die völlig außerhalb der Regeln der traditionellen Dur- und Mollharmonik steht. Anstatt Terzen zu schichten (terzgeschichtete Harmonik), wird dieser Akkord ausschließlich durch das Stapeln von reinen Quarten konstruiert. Charakterisiert durch ein offenes, schwebendes und wunderbar ambigues Klangprofil, umgeht er die traditionelle Dur/Moll-Dualität vollständig. Er fungiert als eine der Hauptsäulen des modalen Jazz, des Impressionismus sowie der modernen Filmmusik und bietet einen stabilen, aber völlig ungebundenen Klang, der nicht das Bedürfnis hat, sich irgendwohin aufzulösen.
In der funktionellen Harmonielehre agiert eine Quartenstapelung als harmonischer Gestaltwandler, der sich je nach Kontext (oder dessen Fehlen) unterschiedlich verhält:
Das bestimmende Merkmal einer vierstimmigen Quartenstapelung ist ihre tiefe strukturelle Verwandtschaft mit der Pentatonik. Die Töne C - F - B - E♭ repräsentieren vier der fünf Töne einer Standard-C-Moll- (oder E♭-Dur-) Pentatonik. Da das menschliche Gehör universell darauf gepolt ist, pentatonische Strukturen zu erkennen, schafft es dieser Akkord, unglaublich natürlich, fließend und melodisch zu klingen – trotz des vollständigen Fehlens traditioneller terzgeschichteter Terzen.
In der Musikgeschichte dient exakt diese vierstimmige Struktur als grundlegende DNA für den modernen modalen Jazz. Am bekanntesten ist die Verwendung dieser gestapelten Quarten durch den Pianisten Bill Evans auf Miles Davis’ ikonischem Track „So What“, wo sie breite, sich nicht auflösende harmonische Polster bilden. Durch das Vermeiden der starren Dur/Moll-Definitionen traditioneller Akkorde ermöglicht diese Struktur den Solisten, mit völliger melodischer Freiheit über einen statischen Akkord-Vamp zu gleiten.
Beim Arrangieren oder Spielen von Quartakkorden auf dem Klavier oder der Gitarre bestimmt die physische Ausführung die Klangtextur vollständig:
Um einen Quartakkord nach dem Gehör zu identifizieren, trainieren Sie Ihr Gehirn darauf, das inhärente Fehlen der standardmäßigen terzgeschichteten Schwerkraft zu erkennen. Ihm fehlt die helle, süße Stabilität eines Durdreiklangs sowie die dunkle, schwere Melancholie eines Molldreiklangs vollkommen. Stattdessen zeichnet sich ein Quartakkord durch eine gewichtlose, gläserne und hohle Spannung aus – er klingt absolut klar und stabil, bleibt aber dennoch völlig offen und schwebt in der Luft.
| Interval | semitones | Note | ||
|---|---|---|---|---|
| 0 | Des | |||
| 5 | Ges | |||
| 10 | Ces | |||
| 15 | Fes |