Molldreiklang (1–♭3–5); stabiler Moll-Klangcharakter, abgeleitet von Dur durch Tiefalteration der Terz.
Intervalle vom Grundton, die diesen Akkord und seine Töne bilden.
Übergeordnete Tonleitern und Stufen, auf denen dieser Akkord diatonisch vorkommt.
Tonleitern, die diese Akkordtöne enthalten und meist gut darüber funktionieren.
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Der Molldreiklang ist ein fundamentaler Terzakkord und ein Grundpfeiler der westlichen Musiktheorie. Charakterisiert durch eine typisch dunkle, introspektive und ernste Klangfarbe, bildet er das wesentliche harmonische Gegenstück zum Durdreiklang. Strukturell verbindet er ein hochstabiles Rahmenintervall einer reinen Quinte mit einer kleinen Terz. Dadurch entsteht ein akustisches Profil, das als primäre Achse für Spannung, Auflösung und emotionale Tiefe in der klassischen Musik, im Jazz sowie in der Popmusik fungiert.
In der diatonischen Harmonielehre hängt die funktionale Rolle und die psychologische Wirkung eines Molldreiklangs vollständig von seiner Stufenposition innerhalb einer bestimmten Tonart ab:
Wie alle Dreiklänge besitzt der Mollakkord drei verschiedene Positionen: die Grundstellung (1 - ♭3 - 5), die erste Umkehrung (♭3 - 5 - 1) und die zweite Umkehrung (5 - 1 - ♭3). Die erste Umkehrung birgt jedoch eine faszinierende doppelte harmonische Identität.
Wenn ein Molldreiklang in der ersten Umkehrung steht (wie Cm in der Lage E♭ - G - C), verändert sich die Intervallstruktur im Verhältnis zum tiefsten Ton. Wird das E♭ als temporärer Grundton analysiert, fungiert das G als dessen große Terz und das hohe C als dessen große Sext. Folglich ist ein Molldreiklang in der ersten Umkehrung strukturell identisch mit einem Dur-6-Akkord ohne Quinte (E♭6 no5). Im traditionellen klassischen Generalbass wird dies als normaler "Sextakkord" behandelt, während es im Jazz- und Pop-Arrangement ein funktionales Werkzeug zur Stimmführung bietet, um einen Mollakkord als schwebenden, offenen Dur-Klang zu tarnen.
Einen Durdreiklang vom Grundton nach oben aufzubauen, erzeugt eine spezifische Intervallabfolge (Grundton + Große Terz + Kleine Terz); liest man einen Molldreiklang hingegen von oben nach unten, entsteht exakt dieselbe Abfolge in umgekehrter Reihenfolge (Quinte + Große Terz abwärts + Kleine Terz abwärts). Diese geometrische Symmetrie bildet die Basis für den harmonischen Dualismus, der den Mollakkord nicht als einen veränderten Durakkord begreift, sondern als dessen perfekt ausbalanciertes, akustisches Spiegelbild.
Der Basisdreiklang 1 - ♭3 - 5 liefert das strukturelle Fundament für komplexere, erweiterte Harmonien. Das Schichten weiterer Terzen auf dieses Grundgerüst führt zu anspruchsvollen Jazz- und zeitgenössischen Texturen:
Beim Arrangieren oder Einspielen eines Molldreiklangs auf einem Instrument beeinflusst die physische Verteilung der Intervalle direkt die Klarheit des Akkords:
Um einen Molldreiklang rein nach dem Gehör zu identifizieren, achten Sie gezielt auf seine interne geometrische Struktur statt nur auf die Stimmung. Ihm fehlt die unruhige, instabile Dissonanz eines verminderten Dreiklangs und die offene, schwebende, sich nicht auflösende Expansion eines übermäßigen Akkords. Stattdessen zeichnet sich ein Molldreiklang durch seine interne Stabilität in Kombination mit einer geschlossenen, dunklen Qualität aus – er klingt strukturell gefestigt und komplett, unterscheidet sich aber dennoch vollkommen von der hellen Resonanz eines Durdreiklangs.
| Interval | semitones | Note | ||
|---|---|---|---|---|
| 0 | C | |||
| 3 | Es | |||
| 7 | G |
| Degree | Triad | Seventh | Extended | Tonleiter | |
|---|---|---|---|---|---|
| I | |||||
| II | |||||
| III | |||||
| IV | |||||
| V | |||||
| VI | |||||
| VII |